Corona-Panne in Bayern – Mit dem „Prozessgesteuerten Ansatz“ wäre das vielleicht nicht passiert!

Liebe Leser,

ich weiß nicht, wie schnell Sie morgens wach werden. Bei mir ging es heute Morgen (13.08.2020, 6:00 Uhr) jedenfalls ganz schnell, denn eine Nachricht weckte sofort mein Interesse. Es ging in der Meldung um die Corona-Panne in Bayern, die ja mittlerweile große Kreise zieht, und der Begründung, wie es dazu kommen konnte. Doch zunächst ein Zitat eines Artikels auf der Online-Plattform des Bayerischen Rundfunks versehen mit dem Titel „Corona-Test-Panne: Kritik an Staatsregierung wächst“ zur eigentlichen Panne. Was war passiert?

„Die Staatsregierung hatte am Mittwoch eingestehen müssen, dass die Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern deutlich dramatischere Ausmaße haben als bisher bekannt: 44.000 Reiserückkehrer, die im Ausland im Urlaub waren, warteten nach Tests an bayerischen Autobahnen noch auf ihre Ergebnisse, darunter auch 900 nachweislich positiv getestete.“

Soweit in Kürze das Problem. Interessant an der Meldung heute Morgen war jedoch, wie diese Panne mal wieder begründet wurde. Auch dazu ein Zitat aus einem anderen Artikel auf der BR-Plattform, diesmal veröffentlicht unter dem Titel „‘In negatives Licht gerückt‘: BRK übt Kritik nach Test-Panne“.

„Da das LGL [Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit – Anmerkung des Autors] sich nicht in der Lage gesehen hat, in dieser kurzen Zeit eine entsprechende Software zur Verfügung zu stellen, mussten die Reisenden händisch mit Formularen erfasst werden. Diese Formulare wurden vom LGL zur Verfügung gestellt.“

Als ich diese Zeilen also heute Morgen hörte, konnte ich mir ein ungläubiges Kopfschütteln nicht verkneifen. Ja, sie machten mich regelrecht wütend! Jetzt ist also mal wieder die Software schuld und wieder einmal konnte sie nicht rechtzeitig bereitgestellt werden. Unfassbar!

Interessant dazu auch die Äußerungen der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml in den gestrigen Tagesthemen, die mit der Aussage „Diese Dimension war mir nicht bekannt“ zitiert wird. Unter anderem sagt Sie dort:

„Ein solch neuaufgelegter Prozess dauert eine Zeit, bis er sich einspielt.“

Es geht also genau um das Thema neuer Prozessimplementierungen, für das es mit dem „Prozessgesteuerten Ansatz“ eine elegante Lösung gibt. Wäre das Fiasko also mit dem „Prozessgesteuerten Ansatz“ zu verhindern gewesen? Das kann ich natürlich nicht mit Sicherheit sagen, da viel zu wenig über die Hintergründe bekannt ist. Es ist beispielsweise völlig unbekannt, von welchem Prozess genau die Rede ist. Ist es nur ein Prozess oder sind es mehrere Prozesse, die miteinander verzahnt sind? Wie läuft der Prozess konkret ab? Sind die Prozesse selbst falsch oder sind es nur die Implementierungen einzelner Schritte? Warum werden die Prozesse nicht transparent veröffentlicht (z.B. in Form von BPMN-Modellen) und erklärt, damit ggf. auch geholfen werden kann? Wie kann es sein, dass ständig von der Digitalisierung gesprochen wird, aber trotzdem wieder mit Papierformularen hantiert wird? Selbst da hätte es dem letzten Verantwortlichen klar sein müssen, dass der gewählte Ansatz bei diesen Massen an Tests nicht funktionieren kann. Ohne eine digitale Erfassung und Weiterverarbeitung in Form von digitalisierten Prozessen hätte die ganze Aktion niemals gestartet werden dürfen! Fragen über Fragen also. Ausbügeln dürfen das jetzt wieder unzählige fleißige Kräfte, die den Karren aus dem Dreck ziehen müssen!

Wie gesagt, ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, ob der „Prozessgesteuerte Ansatz“ geholfen hätte, so ehrlich muss ich sein. Wir wissen aber vom „Prozessgesteuerten Ansatz“, dass er genau für solche Situationen konzipiert wurde: Automatisierung von Abläufen jeglicher Art innerhalb kürzester Zeit. Ich vermute also, dass der „Prozessgesteuerte Ansatz“ zur Vermeidung dieses Chaos hätte beitragen können. Allerdings hat sich niemand an mich gewandt und um Unterstützung gebeten, obwohl ich der bayerischen Staatsregierung in Person des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder bereits am 20.04.2020 meine Hilfe zur Prozessautomatisierung angeboten habe!

Denn es war doch schon damals abzusehen, dass sich durch Corona eine Vielzahl von Prozessen ändern würde. Wo zuvor viel über persönlichen Kontakt lief, muss nun auf kontaktlos umgestellt werden. Und genau hier setzt auch meine Kritik an: Ich sage nicht, dass mit dem „Prozessgesteuerten Ansatz“ alles besser gelaufen wäre. Ich kann aber sagen, dass im Vorfeld nicht alles unternommen wurde, um dieses Fiasko zu vermeiden! Denn dann hätte man mir wenigstens mal das Wort gönnen können. So muss sich die bayerische Staatsregierung schon die Frage gefallen lassen, warum sie dem „Prozessgesteuerten Ansatz“ keine Chance gegeben hat, obwohl sie davon hätte wissen müssen? Natürlich schließt sich zwangsläufig die Folgefrage an, ob die jetzt im Einsatz befindlichen Kräfte nach dem „Prozessgesteuerten Ansatz“ vorgehen? Auf die Antwort wäre ich jedenfalls sehr gespannt!

Dennoch sollte zukünftig ein ähnliches Desaster vermieden werden. Von daher steht meine Türe selbstverständlich weiterhin offen, denn ich sehe es als meine Pflicht an, zu helfen und zu unterstützen. Und wenn der „Prozessgesteuerte Ansatz“ dazu beitragen kann, dann sehr gerne!

Eine Antwort auf „Corona-Panne in Bayern – Mit dem „Prozessgesteuerten Ansatz“ wäre das vielleicht nicht passiert!“

  1. Die politische Führung: Das sind doch prägante Naivlinge. Das Minimum, was verlangt werden kann, ist doch das Publizieren von BPMN- Diagrammen, also von Beschreibungen der Prozesse.
    Es gilt der bekannte Wahrspruch:
    “ If you cannot describe what you are doing as a process, you dont know what you are doing“
    Was zu beweisen war.
    Ihr
    H. Wedekind

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